Zur Sichtbarmachung von Kriegsgeschehnissen

Ausgangspunkt dieser Route ist der Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof in der Chausseestraße. Am Friedhof vorbei, der Ackerstraße folgend, laufen Sie auf die Gedenkstätte Berliner Mauer zu, die bereits durch die rostfarbenen Stelen von weitem zu erkennen ist.

Stationen

  1. Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof, Chausseestraße 126, 10115 Berlin
  2. Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße, 13355 Berlin
  3. Berliner Charité, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Los

Erste Station

Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof

Chausseestraße 126, 10115 Berlin

Ein Abstecher auf den Friedhof lohnt sich: Unter denen hier Beigesetzten befinden sich auch der pazifistische Schriftsteller Arnold Zweig und Bertolt Brecht.

Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof, CC BY-SA 3.0, Wikipedia Zur nächsten Station

Zweite Station

Gedenkstätte Berliner Mauer

Bernauer Straße, 13355 Berlin

Entlang des ehemaligen 160 km langen Grenzstreifens erstreckt sich heute die Gedenkstätte Berliner Mauer und ist aufgrund der rostfarbenen Stelen gut zu erkennen.

Fenster des Gedenkens mit den Porträts von Todesopfern der Berliner Mauer, Quelle: CC BY-SA 3.0, Wikipedia Zur nächsten Station

Dritte Station

Ferdinand Sauerbruch, Berliner Charité

Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Professor Ferdinand Sauerbruch arbeitete bis 1949 als Chirurg in der Berliner Charité. Er operierte Kriegsverletzte und entwickelte neue Arm- und Beinprothesen.

Berliner Charité Gebäude, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
Mehr Informationen

Nahe des Berliner Hauptbahnhofs, sehen Sie auf der rechten Straßenseite das Gebäude Berliner Charité. Professor Ferdinand Sauerbruch arbeitete dort und leitete das Krankenhaus 1927 bis 1949 als Arzt und Chirurg. Sauerbruch wurde 1875 bei Wuppertal geboren und legte 1901 in Leipzig sein Staatsexamen in seinem Studium der Naturwissenschaften ab. Angeregt durch einen Professor entwickelte er als Assistenzarzt eine Technik für die Thoraxoperationen in Unterdruckkammern, die damals ungeahnte Möglichkeiten der Brustraumchirurgie eröffnete. 1914 meldete sich der deutsch-national gesinnte Sauerbruch freiwillig für den Kriegsdienst und war ein Jahr später in leitender Position des Reservelazaretts an der Chirurgischen Universitätsklinik in Greifswald tätig. Im Laufe des Krieges, mit steigender Zahl an durchgeführten Amputationen, entwickelte er den „Sauerbruch-Arm“, auch „willkürlich bewegbare künstliche Hand“ genannt, eine Prothese, die direkt in den Körper implementiert wurde. Diese Prothesen befinden sich heute in den Vitrinen des Anti-Kriegs-Museums in der Brüsselerstraße 21. 1920 verkehrte Sauerbruch in nationalkonservativen Kreisen und wurde von Adolf Hitler als aufgrund seiner Tätigkeiten geschätzt. Trotzdem folgte er Ernst Friedrichs Aufruf um 1925, ihm Bilder von Kriegsgeschehnissen- und Folgen zu schicken. Diese druckte Friedrich in seinem Buch „Krieg dem Kriege“ von 1924 ab. Die entstellten Gesichter junger Männer, die im Ersten Weltkrieg von Granatsplittern getroffen wurden, sorgten für Aufregung und Entsetzen, als Friedrich diese in seinem Museum zeigte. Er widmete sie alldenjenigen, die sich für Krieg aussprachen. Sauerbruch nutzte seine privilegierte Stellung, um sich für Menschen zu engagieren, die Repressalien durch die Nationalsozialist*innen ausgesetzt waren. 1937 erhielt er auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg den von Hitler gestifteten Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft. Einige Jahre später stimmte er zu, Menschenversuch in Kriegsgefangen- und Konzentrationslagern durchzuführen und rechtfertigte seine Entscheidung mit dem Vorwand der Kriegsnotwendigkeit. Nach dem Attentat auf Hitler 1944 wurde Sauerbruch der Mitverschwörung verdächtigt, entging jedoch einer Bestrafung und konnte seine privilegierte Stellung bis Kriegsende erhalten. Bis zur Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 operierte er Kriegsverletzte. Ferdinand Sauerbruch starb 1952 an einem Schlaganfall.

Fragen

  1. Wer war Ferdinand Sauerbruch?
  2. Was für Gründe könnte er gehabt haben, Ernst Friedrichs Arbeit zu unterstützen? Was sagt das über seine politischen Überzeugungen aus?

Quellen

Fertig

Sie haben das Ende des Spaziergangs erreicht. Besuchen Sie uns bald wieder im Anti-Kriegs-Museum!

Sie möchten sich an diesem Projekt beteiligen? Sie haben Ideen für weitere Stationen? Dann sprechen Sie die Mitarbeiter*innen im Anti-Kriegs-Museum an, kontaktieren Sie uns per Mail www.anti-kriegs-museum.de, oder über Facebook. Berlin hat noch viele weitere Orte, die zu einer Station im Friedensspaziergang werden können und wir freuen uns, wenn Sie ihn gemeinsam mit uns gestalten!

Auf Wiedersehen!

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